Klimaschutz durch Internetsuche
Die Betreiber der Suchmaschine Ecosia behaupten, dass man mit der Verwendung ihres Dienstes das Klima schützt. Aber stimmt das auch? Kann Klimaschutz so einfach sein? Die Meinungen sind geteilt.
Klimabelastung durch Suchmaschinen
Eine Suchmaschine zu verwenden, führt zu Energieverbrauch und einem Ausstoß von Kohlendioxid. Die Berechnungen diesbezüglich ergaben eine ausgestoßene CO2-Menge von 0, 2 bis zu mehreren ganzen Gramm. Das mag sich nicht nach viel anhören, aber wenn man bedenkt, dass es dabei um eine Suche eines Nutzers geht, kann man sich annähernd vorstellen, dass es sich insgesamt um mehrere Tonnen CO2-Ausstoß pro Tag durch Suchmaschinen handelt.
Ecosia als Ausgleichsversuch
Die Suchmaschine Ecosia arbeitet selbst ausschließlich mit Ökostrom und ihre Betreiber geben an, pro Suchanfrage einen gewissen Betrag zum Schutz der Regenwälder zu spenden. Was der Erfinder, Christian Kroll, jedoch einräumen muss, ist der Umstand, dass eigentlich nur ein Klick auf einen der gesponserten Links, also auf die Werbung, die bei Suchanfragen rechts neben den anderen Ergebnissen erscheint, zu Geld und damit zu einer Spende führt. Die Rechnung, dass bei zwei Prozent aller Suchvorgänge auf einen Werbelink geklickt wird und so durchschnittliche 0, 13 Cent pro Suche verdient wird, erscheint recht spekulativ. Dennoch ist es eine tolle Idee für den Klimaschutz, eine Suchmaschine zu betreiben, die 80 Prozent ihrer Einnahmen in den Regenwaldschutz investiert. Das Geld geht an das Regenwaldschutzprojekt des WWF, das damit den Urwald im Juruena Nationalpark am Amazonas schützt. Dennoch ist auch der angeblich Durchschnittswert von zwei Quadratmetern Regenwald, die pro Suche über Ecosia geschützt werden, ein sehr spekulativer Wert, der wohl mehr der Werbung als der Wahrheit untersteht.
Geschäft mit den Umweltsündern
Ecosia arbeitet eng mit Yahoo und Bing zusammen, die auch die erwähnten, gesponserten Links liefern. Also verdienen auch diese beiden Unternehmen Geld mit Ecosia. Leider ist nicht gewährleistet, dass auch Bing und Yahoo ausschließlich mit grünem Strom arbeiten, wodurch mit jeder Suche über Ecosia auch weiterhin eine Klimabelastung durch Suchmaschinen unterstützt würde.
Es bleibt abzuwarten, wie interessant Ecosia für Link-Sponsoren bleibt oder gar wird und ob das Unternehmen als Beispiel für funktionierenden Klimaschutz von Unternehmensseite aus dienen kann. Trotz all der aufgebauschten Werbeversprechen ist die Idee, die Ecosia vertritt, durchaus bewundernswert.
