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Der Wechsel zum Ökostrom

Noch nie hatten Ökostrom-Anbieter einen so starken Zulauf wie heute. Begünstigt durch die aktuellen Geschehnisse in Fukushima, bei denen die Gefahren der Atomkraft nur allzu deutlich wurden, verzeichnen die Anbieter einen Neukunden-Zuwachs von bis zu 700 (!) Prozent. Nach der Verabschiedung des neues Gesetzespakets zur Energiewende durch den Bundestag macht es ohnehin Sinn, sich mal über regenerative Energien und den deutschen Ökostrom zu informieren.

Woher kommt der Ökostrom?

Hauptsächlich wird Ökostrom aus Wasserkraft- und Windenergie gewonnen. In Wasserkraftwerken wird die kinetische Energie des Wassers (bedingt durch einen natürlichen Strom oder durch abfließendes Wasser aus einer Stauanlage) in mechanische und schlussendlich in elektrische Energie umgewandelt. Bei einer Windkraftanlage treibt die Bewegungsenergie der Windströmung große Rotorblätter an. Die so entstandene Rotationsenergie wird an einen Generator weitergegeben, der wiederum elektrische Energie erzeugt. Solarstrom und die Stromgewinnung aus Biomasse und Biogas sind indes noch nicht wirtschaftlich genug und werden daher eher selten benutzt. Es gibt momentan sieben Energiequellen, die offiziell zu den „Erneuerbaren Energien“ gehören.

1.Wasserkraft
2.Windenergie
3.Solarenergie
4.Biogas
5.Biomasse
6.Geothermie
7.Solarthermie

Der Begriff „Ökostrom“ ist nicht wirklich klar definiert und muss nicht ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen beinhalten. Der BEE (Bundesverband Erneuerbare Energie) lässt die Bezeichnung für alle Angebote zu, die wenigstens zur Hälfte aus regenerativen Energien bestehen. Die verbleibende Hälfte muss dann aus sogenannten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stammen. Allgemein wird diese Mischvariante (zumindest als realistische Übergangslösung) begrüßt. Die Bundesregierung rechnet bis 2020 mit einem Marktanteil rein regenerativer Energiequellen von 38,6 Prozent.

Zertifizierung

Genau wie bei anderen ökologisch-vertretbaren Produkten (zum Beispiel aus der Lebensmittelbranche) gibt es auch bei Ökostrom spezielle Zertifikate. Dazu zählen beispielsweise das „Grüner Strom Label“ und das „OK Power Label“. Bei der Bewertung fällt besonders ins Gewicht, ob zusätzliche Produktionskapazitäten auf Basis regenerativer Energien aufgebaut werden. So wird verhindert, dass zum Beispiel Strom aus alten Wasserkraftanlagen zu horrenden Preisen an die Verbraucher verkauft werden.

Kommt wirklich nur Ökostrom aus der Steckdose?

Wenn man bei dem jeweiligen Stromanbieter Ökostrom ordert, bekommt er den selben Strom-Mix wie vorher. Der Anbieter verpflichtet sich jedoch, genauso viel Ökostrom in sein Stromnetz einzuspeisen, wie seine Kunden angefordert haben. Das heißt, dass sich der generelle Anteil von Ökostrom erhöht. Anders ist es nicht möglich, da alle Abnehmer ihren Strom aus dem selben Verbundnetz beziehen und Strom, physikalisch betrachtet, immer gleich bleibt. Man unterscheidet bei der Versorgung zwischen „Mengengleich“ und „Zeitgleich“. Mengengleich bedeutet, dass der Stromanbieter für das aktuelle Jahr genau die Menge Strom ins Netz einspeist, die seine Kunden insgesamt im Jahr verbrauchen. Zeitgleich bedeutet, dass der Versorger zum jeweiligen Zeitpunkt die Menge an Strom einspeist, die seine Kunden gerade verbrauchen.

Datum: 13.07.2011 - Uhrzeit: 14:22 Uhr - Kategorie: Allgemein - 1 Kommentar
  • Steve sagt:

    Man kann gespannt sein, ob der Marktanteil 2020 so hoch sein wird. Die aktuelle Stimmung in der Bevölkerung und der Trend zu den regenerativen Energien könnte wirklich zu einem so hohen Marktanteil führen.