Neue Emmisionsregelung belastet Fluggesellschaften
Die Luftfahrtindustrie muss in den kommenden Jahren mit Ausgaben in Milliardenhöhe durch die Einbeziehung der Branche in den Emissionshandel rechnen. Dies werde die Luftfahrtbranche in den kommenden acht Jahren rund 17,5 Milliarden Euro kosten, erklärten nun die Vertreter der großen Flugverbände.
Die Kosten für die Industrie seien unvertretbar, teilten die Vertreter des Verbandes der Europäischen Fluglinien (AEA) mit. Auch der Verband der Europäischen Regionalfluglinien (ERA) und der Internationale Fluggesellschafts-Verband (IACA) bestätigten diese Hochrechnung am vergangenen Dienstag. Man nutzte die Pressemitteilung auch, um die Behauptungen der EU-Kommission bezüglich des Emissionshandels und der angeblichen Mehreinnahmen zurückzuweisen. Diese Behauptungen seien von Grund auf falsch!
Die neue Regelung soll schon mit Anbruch des kommenden Kalenderjahres in Kraft treten. Dann müssen alle Fluggesellschaften bei Flügen mit Start oder Ziel in der Europäischen Union für die Flugzeugabgase Emissionszertifikate (also Zulassungspapiere für die entstehende Luftverschmutzung) vorweisen. Dass die Airlines angesichts der zu erwartenden Mehrkosten an die Decke gehen, ist natürlich mehr als verständlich. Andererseits wird auf diese Weise eben die Luftfahrt in das Handelssystem für den Klimaschutz integriert. 2012 bekommen die Airlines nach Kommissionsangaben vom Montag 85 Prozent der Verschmutzungsrechte noch umsonst, im Zeitraum von 2013 bis 2020 sind es dann nur noch 82 Prozent. Die EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard merkte an, dass die so erlassenen Verschmutzungsrechte ungefähr 20 Milliarden Euro wert seien und man hoffe, die Airlines würde die Flugticketpreise nicht auch mit diesen Kosten belasten. Die Fluggesellschaften erwidern die Angaben der Kommission mit dem Hinweis, dass die Obergrenze für den Ausstoß von Abgasen ab 2012 noch immer auf Basis der Jahre 2004 bis 2006 berechnet wird. Der Verkehr sei aber in der Zwischenzeit signifikant angestiegen.